25.01.2026
IM NAMEN DES VOLKES I Endproben
Paul Trempnau probt aktuell für IM NAMEN DES VOLKES - eine Stückentwicklung von Susanne Frieling am Deutschen Theater Göttingen.
Premiere | 23.01.2026
Voller Anmut zeigt sich Justitia, die römische Göttin der
Gerechtigkeit und Patronin unseres Rechtssystems, mit Schwert, Füllhorn, Waage
und Augenbinde. Letztere symbolisiert, dass Justitia stets ohne Ansehen der
Person gerecht urteilt. Doch jüngste Vorfälle, wie beispielsweise in der JVA
Augsburg-Gablingen, stellen die Frage, ob dieses Symbol mittlerweile auch ein
System des Nicht-hinsehen-Wollens repräsentiert. Denn unlängst berichteten
immer wieder Insassen im deutschen Strafvollzug von: Folterpraktiken,
Unterbringung in fensterlosen Zellen ohne sanitäre Anlagen, Schlägen, Tritten
und Nahrungsentzug. Die Vorwürfe sind gravierend, doch wenige der Berichte
gelangen an die Öffentlichkeit. Indes werfen sie Fragen auf – was passiert denn
eigentlich wirklich im deutschen Strafvollzug? Was bleibt verborgen und warum?
Und vor allem: Geschieht dies alles wirklich im Namen des Volkes? Diese
recherchebasierte Stückentwicklung der jungen Regisseurin Susanne Frieling
setzt sich mit dem Konzept des Strafvollzugs als gesellschaftliches
Machtinstrument auseinander. Hierbei geht es nicht nur um die Strafe als
individuelle Maßnahme für begangene Vergehen, sondern auch um die Strukturen
und Mechanismen des Strafvollzugs, die tief in die Gesellschaft eingreifen und
so ihre eigene Ordnung und Moral behaupten.




